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Mittwoch 08.09.2010
 
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LJV Thüringen > Jagdliches Brauchtum

Jagdliches Brauchtum

Jägersprache - Jagdmusik


Das Jagdliche Brauchtum ist so alt wie die Jagd selbst und stellt ein wertvolles Kulturgut dar. Über Jahrhunderte bildeten sich Bräuche und Sitten heraus, die für das deutsche Jagdwesen typisch sind.

Die Jägersprache gehört zu den ältesten Bräuchen der Jagd. Sie umfasst viele bildhafte Ausdrücke bzw. beschreibt Tätigkeiten des Jägers bei der Jagd. Sie entspricht einer lebendigen, sich weiterentwickelnden Sprache. Zahlreiche Elemente der Jägersprache sind in den allgemeinen Sprachschatz des Volkes übernommen worden, viele Ausdrücke unserer täglichen Umgangssprache legen davon Zeugnis ab. Jagdsignale sind ein wichtiger Teil des Brauchtums.

Das Jagdhorn erklingt beim Verblasen der Strecke zu Ehren des Wildes. Es wird aber auch zur Gestaltung und Leitung von Gesellschaftsjagden angewendet. Das gebräuchlichste Jagdhorn ist das Fürst-Pleß-Horn. Es ist ein Naturhorn ohne Ventile, auf welchem die Jagdsignale erklingen. Für Jagdmusik wird das Ventilhorn geblasen. Es hat sich vor allem in den neuen Bundesländern durchgesetzt. Zunehmender Beliebtheit erfreut sich auch in Thüringen das Parforce-Horn.



Zahlreiche Bläsergruppen in den Thüringer Jägerschaften pflegen diesen Teil des Brauchtums. Eine große Auswahl traditioneller Jagdmusik steht dafür zur Verfügung und wird gern gehört. Landesmeisterschaften, Bundesmeisterschaften und andere Wettbewerbe finden regelmäßig statt.

Die Bruchzeichen haben im jagdlichen Brauchtum eine sehr praktische Bedeutung. Jäger können sich mit gelegten, gestreckten oder an Ästen befindlichen Brüchen (Zweigen) untereinander verständigen.

Das "Streckelegen" am Ende einer Jagd ist der feierliche Abschluss eines Jagdtages. Dabei wird das erlegte Wild entsprechend traditioneller Regeln, nach einer festgelegten Reihenfolge wildartengerecht abgelegt.  Den Schützen werden vom Jagdleiter die Schützenbrüche überreicht. Die Jagdhornbläser verblasen zum Schluss die Strecke und die Jagd wird mit den Signalen "Jagd vorbei" und "Halali" beendet. Ein zünftiges "Schüsseltreiben" für Jäger und Treiber ist der gesellige Abschluss der Jagd.